Die Menschheit steht an einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte. Die Welt ist mit der Tatsache konfrontiert, dass Armut, Hunger, Krankheit und Analphabetismus um sich greifen und dass die Ökosysteme, von denen unser Wohlergehen abhängt, immer mehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist nach wie vor unverändert.

Der einzige Weg, der uns eine sichere und blühende Zukunft bescheren kann, besteht darin, Umwelt- und Entwicklungsfragen gleichermaßen und miteinander anzugehen. Wir müssen menschliche Grundbedürfnisse befriedigen, den Lebensstandard aller Menschen verbessern und die Ökosysteme wirkungsvoller schützen und verwalten. Keine Nation kann sich ihre Zukunft allein sichern; gemeinsam ist es aber möglich in einer weltweiten Partnerschaft für eine nachhaltige Entwicklung? (Präambel der Agenda 21, Rio de Janeiro 1992)

Das Wort Agenda stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "was zu tun ist". Die Agenda 21 ist ein weltweites Aktionsprogramm, das die Welt auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorbereiten soll.

Leitbild der Agenda 21 ist die "Nachhaltige Entwicklung". Das meint eine schonende Wirtschaftsweise, die die natürlichen Ressourcen langfristig sichert, damit auch die Generationen nach uns ihre Lebensbedürfnisse befriedigen können. Nachhaltige Entwicklung ist ein ganzheitlicher Prozess, der gleichermaßen wirtschaftliche, soziale und ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt und zwar auf globaler und lokaler Ebene.

Nachhaltige Entwicklung lässt sich jedoch nicht einfach von Regierungen verordnen. Sie muss dort umgesetzt werden, wo das bürgerschaftliche Leben beginnt: in den Städten und Gemeinden. Daher werden die Kommunen im Kapitel 28 der Agenda 21 aufgefordert, zukunftsweisende Handlungsprogramme für den lokalen Raum zu erarbeiten und zu beschließen, die LOKALE AGENDA 21.